Was ist eigentlich ein "BOOSTER"?
"BOOSTER" (gesprochen "buuster") bedeutet Zusatzverstärker. Beim Märklin Digital-System hat dieses Gerät eine ähnliche Aufgabe wie die Geräte gleichen Namens, die die Leistung von Autoradios erhöhen.
Jede Lokomotive und jede Lampe verbraucht beim Betrieb eine bestimmte elektrische Leistung. Diese Leistung muß von einem Transformator zur Verfügung gestellt und von der Zentraleinheit verarbeitet werden.
An eine Modellbahnanlage werden hohe Anforderungen an die elektrische Sicherheit gestellt. Daher darf die Ausgangsleistung der Geräte nicht beliebig groß ausgelegt werden. Außerdem sind besondere Schutzmaßnahmen für den Kurzschlußfall vorgeschrieben.
Die maximale Ausgangsleistung einer Zentraleinheit, die von einem TRANSFORMER (Art.-Nr. 6002) versorgt wird, beträgt ca. 45 Watt oder,
in der Technikersprache, 45 VA (Volt-Ampère).
Das reicht aus, um etwa 5 kleine oder 4 große H0-Digital-Lokomotiven zu betreiben (ohne zusätzliche Beleuchtungen oder Magnetartikel). Da aber auch jede Lampe Strom verbraucht, stößt man bei einer größeren Anlage bald an die Leistungsgrenzen der Zentraleinheit allein.
Da das Digital-System auch für wesentlich größere Anlagen ausgelegt wurde, muß zusätzliche elektrische Leistung zur Verfügung gestellt werden. Jede Digital-Anlage braucht aber nur eine Zentraleinheit; eine Zusammenarbeit von mehreren Zentraleinheiten ist nicht vorgesehen. Deshalb wurde der BOOSTER entwickelt: ein reiner Leistungsverstärker, der all seine Informationen direkt von der Zentraleinheit enthält.
Zusammenfassung:
Ein BOOSTER stellt zusätzliche Leistung für eine Digital-Anlage zur Verfügung. Technisch gesehen, entspricht ein BOOSTER einer Zentraleinheit ohne eigene Informationsverarbeitung.
Bei Bedarf können auch mehrere BOOSTER eingesetzt werden. Jeder BOOSTER muß an einen eigenen TRANSFORMER und an einen eigenen Stromkreis angeschlossen werden. Da der BOOSTER aber nur die Digital-Informationen aus der Zentraleinheit verstärkt, sind die Informationen in allen Stromkreisen der Anlage identisch. Überfährt eine Lok den Übergang von einem Stromkreis zum anderen, bemerkt der Lokdecoder davon nichts.
Der Benutzer muß also beim Betrieb der Anlage nicht mehr zwischen den verschiedenen Stromkreisen unterscheiden. Eine Lokomotive wird durchgehend mit demselben Fahrpult unter derselben Adresse gesteuert, egal, in welchem Stromkreis sie sich gerade befindet.
Warum müssen auch im Digital-System die Stromkreise voneinander isoliert sein?
Der BOOSTER hat als Zusatzverstärker wie die Zentraleinheit zwei Leistungsendstufen (eine für die negativen, die andere für die positiven "Impuls-Halbwellen"). Nun können Transistoren oder integrierte Schaltungen, die in verschiedenen Geräten eingesetzt werden, niemals völlig identisch hergestellt werden. Vor allem unterscheiden sie sich geringfügig in ihrem Zeitverhalten.
So kann es z. B. passieren, daß die Endstufe der Zentraleinheit einen positiven Spannungsimpuls um einen winzigen Sekundenbruchteil später durchschaltet als die Endstufe eines BOOSTERs. Wären die beiden Stromkreise dann nicht voneinander isoliert, würden für einen sehr kurzen Moment sehr hohe Ausgleichströme zwischen den beiden Stromkreisen fließen, begrenzt nur durch die Strombegrenzung der Endstufen. Dies ist u. a. durch ein hohes Pfeifgeräusch zu erkennen. Eine solche Betriebsweise wäre auf Dauer weder den Endstufen der Geräte noch der Betriebssicherheit der Anlage zuträglich.
Achten Sie daher immer auf eine einwandfreie Isolierung zwischen den verschiedenen Stromkreisen.