Warum kann bei einer Digital-Lokomotive die Beleuchtung auch im Stand leuchten?
Bei konventionellen Lokomotiven ist die Helligkeit der Beleuchtung abhängig von der eingestellten Fahrgeschwindigkeit: bei schneller Fahrt leuchtet sie heller; bei stehender Lok erlischt auch die Beleuchtung.
Bei Digital-Loks kann die Beleuchtung (oder allgemeiner: eine Zusatzfunktion) über das Digital-Fahrpult ferngesteuert ein- und ausgeschaltet werden. Eingeschaltet leuchtet sie mit gleichbleibender Helligkeit, völlig unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit; dies gilt sogar, wenn die Lok steht.
Wie wir in Kapitel "Was bedeutet digital" gesehen haben, wird die Fahrgeschwindigkeit bei Digital nicht über die Höhe der Spannung am Gleis gesteuert. Vielmehr setzt sich die Digital-Spannung nur aus den beiden Werten +22 V und -22 V zusammen. Solange die Zentraleinheit keine Digital-Informationen zum Gleis schickt, liegt der Ruhepegel bei -22 V. Werden Informationen übertragen, wechselt die Spannung zwischen -22 V und +22V.

Prinzipielles Aussehen der Digital-Spannung am Gleis
Der Strom für die Beleuchtung der Loks oder für die Zusatzfunktion wird aus dem negativen Anteil der Digital-Spannung gewonnen; dieser überwiegt immer den positiven Anteil. Daher kann die Beleuchtung bei jeder Fahrgeschwindigkeit und auch im Stand weiterleuchten. Allerdings ist die Helligkeit leicht abhängig vom gerade ablaufenden Datenverkehr über das Gleis. Dies kann sich manchmal durch ein leichtes Flackern der Beleuchtung bemerkbar machen.
Zusammenfassung:
Die Spannung im Digital-System ist unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit der Lokomotiven. Zu jedem Zeitpunkt ist immer ein Mittelwert von ca. 20 Volt vorhanden, der zur Versorgung des Motors genutzt wird. Die Beleuchtung und andere Zusatzfunktionen werden aus dem negativen Anteil der Digital-Spannung versorgt (Einweggleichrichtung).